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Geschichte

Der Südtirolinteressierte kann im Villnösser Tal nicht nur über die einzigartige Naturkulisse der Geisler staunen; nein, nicht nur: Auch für die Kultur- und Geschichtsinteressierten ist allerlei Kunstreiches dabei.

Von den Kirchen seien hier nur ein paar erwähnt: Die Pfarrkirche zu den heiligen Petrus und Paulus in der Mitte des Tales, deren Grundstein bereits auf das Jahr 1058 zurückgeht; St. Valentin in Pardell, die ebenfalls uralt ist (11. Jh.), mit dem wunderbaren Flügelaltar, dessen Bilder Szenen aus dem Leben des hl. Valentin zeigen - Michael Pachers Einfluß ist deutlich spürbar! oder die imposant gelegene Bergkirche St. Jakob am Joch mit einem ebenfalls kunstfertig aufgebauten Hochaltar im Innern. Wiederum ist das Kirchlein wunderschön gelegen und zeigt sich außen wie innen kulturhistorisch bemerkenswert. Das beschauliche Gotteshaus ist von einer Mauer mit einem Rundbogentor umschlossen. Es wird bereits 1349 urkundlich erwähnt, seine heutige Form stammt aus der Zeit um 1500. Der Hochaltar ebenso der Seitenaltar, das Wandgemälde mit St. Christoph und St. Jakob als Pilger, die farbenstarken Fresken sind genauso sehenswert wie die Statuetten und die Skulptur Maria mit Christkind vor dem Strahlenkranz. Der Schlüssel zum Eingang der Kirche ist beim benachbarten Bauernhof für eine Besichtigung erhältlich.

Am bekanntesten dürfte aber wohl wegen seiner unvergleichlich anmutigen Lage das Wiesenkirchlein St. Johann in Ranui sein, unmittelbar hinter St. Magdalena gelegen. Es gab hier im Mittelalter den Ansitz gleichen Namens, der von den Herren von Jenner als Jagdsitz benützt wurde und neben der Kirche lag. Den Bau der Barockkirche ordnete Michael von Jenner im Jahre 1744 an.

Es ist noch nicht allzulange her, dass das Wasser des Flitzer Baches wegen des Eisengehaltes besonders als heilend und blutstillend geschätzt wurde. Beim Tonnighof in Flitz nahmen einst viele ein wohltuendes Bauernbad. Der Wanderer sucht in Villnöß vielleicht heute das ehemals berühmte, aber längst stillgelegte Bad Froy auf, liegt es doch in friedlicher Waldeinsamkeit. Es gehörte in früheren Jahrhunderten zu den am meist besuchten Bädern Südtirols. Vor nicht einmal hundert Jahren ermöglichte der Besitzer, das Kloster Neustift, einen guten Komfort und somit einen angenehmen Aufenthalt für die zahlreichen Badegäste. Bis zum Ersten Weltkrieg fanden bis zu 1000 Gäste den Weg dorthin!